„LEGENDE“ TANGO & CHANSON - ABEND

Die Musik hat seit jeher viel Raum für die unterschiedlichsten Interpretationen geboten, sie lädt geradezu ein, mit ihr zu spielen. So auch im sein Programm des in der Berliner Kleinkunst-Szene bekanten Tango- und Chanson-Interpreten Miguel Levin. Mit „LEGENDEN“  will Levin wieder einmal den Weg  zwischen zwei Welten beschreiten. Er  präsentiert auf seiner Reise durch die Tango- und Chanson-Melodien das Gegensätzliche und Ambivalente beider Musik - Genre. Er glorifiziert und kritisiert Idole durch seine Interpretationen und Darstellungen.

Miguel Levin einen Tango-Chanson-Abend voller Melancholie und Dramatik, aber auch voller Koketterie und Galgenhumor.

Begleitet von den Klavierklängen seines langjährigen Partners Robert Schmidt werden durch die Musik und Texte von: Astor Piazzolla- Horacio Ferrer- Brel- Vaucaire- Piaf- Eva Peron- Colpet- Carlos Gardel- Marlene Dietrich- Hollaender-Libertad  Lamarque- Anibal Troilo- Homero Manzi-Kurt Weill- Bertold Brecht-Francisco Canaro-Beckmann-Zarah Leander-Lenzi-Donato u.a.

EIN MARLENE DIETRICH – ABEND

Der Klavierspiele und Darsteller traten bereits auf der ganzen Welt auf. Ihr Programm: Lieder der großen Diva Marlene Dietrich. Doch der Darsteller glaubt nun, er sei tatsächlich die Dietrich – und zwar mit all ihren Allüren als alternder Star. Das Arbeiten mit einem derartig exzentrischen Menschen wird immer schwierig für den Klavierspieler, also sucht dieser Hilfe bei einem Psychologen, der den Darsteller wieder zu Vernunft bringen soll.

Den Abend bestreiten die vermeintliche Diva, der Klavierspieler und der Arzt. Miguel Levin, bekannt als erfolgreiche Tango – Chansoninterpret in der Berliner Kulturszene, nimmt den Dietrich – Interpreten, der nun felsenfest überzeugt ist, , die tatsächliche Marlene in ihren letzten Jahren zu sein. Während der Arztbefragung, die der durchgedrehte Interpret als ein weiteres Interview eines interessierten Journalisten einordnet, glaubt er sich an seine Vergangenheit als Chanson-Sängerin zu erinnern und gibt, getragen von Klavierspiel (Edwin Diele), Bekanntes aus dem Dietrich-Repertoire: mal frech mit „Lola“ und „Nimm Dich in Acht vor blonden Frauen“, mal lasziv mit „Johny“ und „Peter“, mal politisch mit „Sag mir , wo die Blumen sind“, mal nachdenklich und sehnsüchtig mit „Mutter“ oder „Ich hab´ noch einen Koffer in Berlin“ uvm.

Die Spannung entsteht zwischen den zwei aufeinander prallenden Welten, die während des gesamten Stückes nebeneinander existieren: Das Leben der wahrhaftigen Dietrich, deren freche Antworten, die Legenden, die sie, da sie so oft und mit solcher Überzeugung vorgetragen, am Ende ihres Lebens selbst glaubte. Ihre Liebesgeschichten, ihre Reisen, ihre Familie, ihre Marotten und Sehnsüchte, ihr Schmerz und Glorie – alles unterstrichen durch die Lieder, die aus dem Interpreten hervorbrechen, wenn der Arzt so bohrt, das der Gesang die einzige Möglichkeit der vermeintlichen Diva ist, sich selbst zu glauben. Auf der anderen Seite stehen die nüchternen Fragen des Arztes, der so wie alle Marlene-Biografen darauf aus ist, den wahren Charakter des Menschen hinter der Fassade, der Diva, der großen Künstlerin zu entdecken. Am Ende des Stückes treffen sich beide elten, sie berühren sich in einem Zitat der Dietrich: Ein Dankeschön an die Legende, die sie verkörperte, die dem Menschen und dem Darsteller gute Dienste geleistet hatte.   

RECITAL DE TANGO - EIN NEUER TANGO - CHASON ABEND

„Der Tango ist für mich das Lied der Emigranten. Er ist eine Auswahl und Mischung der verschiedenen Gefühle und Gedanken verschiedener Kulturen. Ich komme aus einer Familie von Emigranten. Mein Vater ist Deutscher, der im Jahr 1938 nach Argentinien auswanderte, eine Zeit, in der es schwer war, das Dritte Reich zu verlassen. Meine Mutter ist Argentinierin und hat spanische Eltern und Großeltern.

Ich will sagen , das es nicht sicher ist, das ich Argentinier bin, so wenig, wie ich sagen kann, dass ich Deutscher bin. Für mich ist es ein Privileg, das ich diese beide wurzeln: Argentinien und Deutschland habe. Ich fühle mich als Emigrant in Deutschland, obwhl ich auch in Argentinien ein Emigrant bin. Ich fühle mich jedoch nicht heimatlos, denn der Tango ist meine Heimat.

Der Tango ist das Lied der Emigranten. Die Komponisten und Interpreten des Tango haben eine ähnliche Vergangenheit wie ich. Wie zum Beispiel einer der wichtigsten Komponisten, Enrique Santos Discepolo. Wie Catulo Castillo, Homero Manzi und ungezählte andere.

Und dieses Phänomen entsteht in Argentinien, wo es am Ende des letzten und am Anfang dieses Jahrhunderts beginnt. Ich bin weniger ein Tangosänger im üblichen Sinn, sondern ich bin Interpret des traurigen Gedanken, den man tanzen kann.

Der Tango ist eine Musik, die Theater bedeutet. Jeder Tango ist eine Arie, ein Schrei der Melancholie und Traurigkeit.“

Miguel Levin und Robert Schmidt interpretieren werke von: Piazzolla, Anibal Troilo, Catulo Castillo, Jaques Brel, Eladia Blazques, Bruno Balz u.a

„A MEDIA LUZ“ - ZWIELICHT

Kampfes der Geschlechter. Im Zwielicht – a media luz – begegnen sich Mann und Frau. Im ersten Teil des Programms wird er die Männer zu Wort kommen lassen, mit ihren Klagen über die niederträchtigen Frauen, von denen sie sich so schlecht behandelt fühlen. Im zweiten Teil erzählen die Verführerinnen und Opfer, die Schwestern, Mütter und Geliebten ihre Geschichte. Miguel Levin und Robert Schmidt interpretieren Tangos und Chansons von Discépolo, Castillo, Piazzola, Ferrer, Villadomat, Manzi, Donato, Hollaender u.a. 

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